Masken für Geflüchtete

Am Eingang des riesigen, sechsetagigen Plattenbaus kommen sie einem entgegen - die Kinder. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Storkower Straße 118 im Prenzlauer Berg wohnen vor allem Familien und ein Drittel der mehr als 400 Bewohner*innen sind Kinder. "Fast jedes Kind kann relativ gut Deutsch", berichtet Einrichtungsleiter Ingo Büchner-Ferner. Und dann sagt er noch: "Wir sind relativ bunt aufgestellt. Wichtig ist vor allem ein respektvoller Umgang miteinander."

Im Juli hat mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. hier 450 selbstgenähte Mund-Nasen-Masken verteilt. Die Bewohner*innen und Büchner-Ferner selbst freuten sich riesig. "Das ist ganz toll. Wir können die wirklich brauchen", sagte er. Erst werden die Masken noch gewaschen und dann den verschiedenen Familien zugeteilt, damit auch jede welche bekommt.

In der Storkower Straße 118 wohnen Menschen, die keine eigene Wohnung haben. Die meisten stammen aus Europa, aus Bulgarien und Rumänien, aber auch aus anderen Teilen der Welt wie Eritrea, Venezuela, Syrien oder Afghanistan. "Wir haben auch deutsche Männer hier", so Büchner-Ferner, "Familie kaputt, Arbeit verloren, Alkohol. Das ist eine häufige Biographie." Aber die meisten, etwa 80 Prozent der Bewohner*innen, sind ehemalige Geflüchtete. Aus den Notunterkünften wurden sie in die Gemeinschaftsunterkunft verlegt, die eigentlich nur eine Zwischenlösung auf dem Weg zur eigenen Wohnung sein soll. Oft eine sehr lange Zwischenlösung. "Jeder hat es schwer, eine Wohnung zu bekommen", klagt der Einrichtungsleiter.

mog61 hatte mit der Aktion nicht nur neue Freunde und einen neuen Kooperationspartner gewonnen, sondern das Maskenprogramm im Rahmen der Covid19-Pandemie auch fürs erste beendet. Mehr als 1300 Stoffmasken hat das Team um Schneiderin Marianne insgesamt produziert. Davon gingen 250 an das Nachbarschaftshaus Urbanstraße, 150 an die Berliner Caritas, 200 an die Sozialstation der Diakonie, 50 an die Heilsarmee, 20 an die Kita Arche in der Zossener Straße und jetzt 450 an das Übergangsheim in STK 118. Weitere 200 Masken wurden direkt an Menschen verteilt, die Risikogruppen angehören oder in systemrelevanten Berufen arbeiten sowie an Bedürftige und Obdachlose.

Bei der obligatorischen Abschlussbesprechung (Bild rechts) waren sich alle Beteiligten einig, dass sie gute Arbeit geleistet haben und dass es neben dem guten Zweck auch mächtig Spaß gemacht hat. An dieser Stelle sei aber auch den vielen großzügigen Spendern gedankt, ohne deren Unterstützung das Projekt gar nicht funktioniert hätte. Die YKK Deutschland GmbH in Mainhausen stellte kostenlos Elastikbänder für die Masken zur Verfügung. Lebenskleidung Berlin half umfänglich mit Stoffen aus und Groth und Hermanns aus Dreieich verschenkte gleich 100 Meter Baumwollstoff. Das Geschäft Die WollLust in der Mittenwalder Straße war von Anfang an mit einer Stoff-Spende dabei. mog-Vorsitzende Marie Hoepfner, die selbst kräftig mitgebügelt hat, lobte die Arbeit und das Engagement der Näherinnen. "Sie haben alle wirklich einen tollen Job gemacht. Aber ohne die Unterstützung der vielen Spender*innen hätten wir gar nicht helfen können."