Auszeichnung für Blühwiesen

Dieser Sommer war hart. Manche meinen ja, es habe ständig geregnet. Tatsächlich jedoch gab es lange Trockenperioden. Und Trockenheit bedeutet: Gießen! Gießen! Gießen! Man glaubt gar nicht, was ein paar Beete um den U-Bahnhof Gneisenaustraße herum an Wasser verschlingen. Der Wind, der mal von Osten, mal von Westen durch die vierspurige Straße stürmte, tat ein Übriges, um den Boden auszutrocknen. Von Blattläusen, gefräßigen Mäusen, Unkraut, Laub, umfangreichen Müllablagerungen und immer wieder abgebrochenen, mutwillig zerstörten oder schlicht geklauten Blumen gar nicht zu reden.

Elf Beete betreut mog61 e.V. mittlerweile an der Gneisenaustraße. Allesamt ehemaliges verwahrlostes Straßenbegleitgrün. Wir hegen und pflegen dort seit eineinhalb Jahren herrliche Stockrosen, Königskerzen, Nachtkerzen, Wiesensalbei, Kartäusernelken, Leinkraut, Feldrittersporn und viele andere Schönheiten. Dafür hat mog61 jetzt vom Netzwerk Nachbarschaft in Hamburg im Rahmen des Wettbewerbs "Jede Wiese zählt!" einen Preis bekommen. Damit würdigt das Netzwerk unser "herausragendes Blühwiesenprojekt", heißt es wörtlich. Zur Begründung urteilt die Jury weiter: "Mit dem Begrünungsprojekt leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zur Verständigung der Kulturen und Religionen - eine Inspiration für andere Begrünungs- und Nachbarschaftsprojekte!"

Mehr als 1000 Akteure und Akteurinnen hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Das Hamburger Netzwerk hatte dazu aufgerufen, brachliegende Flächen im Wohnumfeld, auf Straßen und Balkonen zu Blühwiesen umzugestalten. Insgesamt zwölf Initiativen erhielten einen Preis. Alle Projekte, so das Netzwerk, zeichneten sich durch „Kreativität, Nachhaltigkeit und Innovation“ aus. Aus Berlin war mog61 der einzige Preisträger.

Kürzlich war der Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus für Natur- und Verbraucherschutz, Dr. Turgut Altug, bei uns und hat sich sehr wohlwollend über unsere Beete geäußert. Abgesehen davon und von einem schönen Auftritt bei der Kiezwoche Kreuzberg ist die Auszeichnung die erste öffentliche Wahrnehmung unseres "Urban Gardening" bzw. die erste Anerkennung dafür. Natürlich fühlen wir uns dadurch ermutigt, bestärkt und bedanken uns sehr! mog61-Vorsitzende Marie Hoepfner freute sich riesig. "Mit unserem Projekt wollen wir vor allem etwas für die Umwelt tun und mithelfen, dass die schönen Blumen und dass überhaupt Grün nicht völlig aus der Großstadt verschwinden“, sagte sie. Erst vor einigen Wochen hat mog61 ein weiteres Beet angelegt, wo im nächsten Jahr Kokardenblumen, Sonnenhut sowie Türkischer Mohn wachsen sollen. Unser Kiez blüht!