Helfen WOLLEn hilft!

Ja, da stehen jetzt also diese vier Säcke im Innenhof des Zentrums gegen Ausgrenzung und Armut in der Gitschiner Straße 15. Es sind keine gewöhnlichen Säcke, das sieht man auf den ersten Blick. Sie sind voller wunderbarer, bunter, warmer Wollsachen - ein paar davon liegen ja auf dem Tisch ausgebreitet. Und zwar sind es genau 200 Mützen, 150 Socken, 50 Handschuhe und 40 Schals, alle handgestrickt. Und diese schönen Stricksachen sind ein Geschenk von Helfen WOLLEn (rechts: Petra) an mog61 e.V. (links: Marie).

Helfen WOLLEn ist eine Gruppe von rund 20 Frauen, sie treffen sich seit sieben Jahren einmal im Monat in der Apostelgemeinde in Schöneberg. Dort tauschen sie gespendete Wolle aus - und sie stricken. Die Schals, Mützen, Handschuhe und Socken werden dann an verschiedene Organisationen verschenkt, die Obdachlosen in Berlin helfen.

Aber dauert das nicht sehr lange, bis so viele Stricksachen fertig sind? "Das ist ganz unterschiedlich", berichtet Petra. "Das kommt immer darauf an, wie schnell die Frauen sind. Wir haben zum Beispiel eine ganz reizende Dame, die ist über 90, die strickt ununterbrochen große Socken. Sie ist fast blind und hilft sich mit Sicherheitsnadeln, damit sie auch weiß, wo sie was abnehmen muss. Wir haben Frauen, die stricken - wie ich zum Beispiel auch - in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Wenn ich eine Stunde S-Bahn fahre, lohnt sich das schon. Es gibt auch eine Menge Rentnerinnen, die immer so zwischendurch stricken. Das kann man in Stunden nicht festmachen, aber eine gute Strickerin braucht für ein Paar Socken so sechs, sieben Stunden."

Helfen WOLLEn bekommt darüber hinaus auch von Frauen aus Frankreich und anderen Teilen Deutschlands Pakete geschickt. "Das ist wirklich toll, das macht ganz viel Spaß. Das macht auch das Herz weit, weißt du, wenn man sieht, dass so viele Leute Gutes tun, am selben Strang ziehen, einfach um anderen zu helfen, ohne etwas dafür haben zu wollen, ein Lob einzustreichen ... Ja, die Anerkennung ist einfach, dass den Leuten auf der Straße geholfen wird!"

Petra ist die Lagerverwalterin bei Helfen WOLLEn, sie hat im Blick, wie viel da ist und was abgegeben werden kann, und den Kontakt mit mog61 vertieft. Die Gruppe versorgt auch feste Organisationen wie den Straßenfeger, die Innere Mission und die Apostelgemeinde. Umso mehr freut sich mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. über die vielen schönen Sachen! Sie passen wunderbar in unsere Corona Winter Care Pakete, die ja neben Essbarem (in der Gitschiner Straße 15 stapeln sich schon Trockensalami, Dosenfisch und Knäckebrot) vor allem auch Warmes enthalten sollen. Kommende Woche wird eingetütet!

Bei den fleißigen Frauen von Helfen WOLLEn bedanken wir uns aus ganzem Herzen! Hier kann man mehr über die Gruppe erfahren.