Freejazz Konzert im House of Life am 5. Mai 2017

RUF DER HEIMAT EXTENDED featuring HEINZ SAUER & JAN RODER!

 Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, laden Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und Selbsthilfe bundesweit zu zahlreichen Aktionen ein. Seit vielen Jahren ist auch der Verein mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. (Abk. mog61e.V.) mit mehreren Veranstaltungen rund um den 5. Mai vertreten.

Hauptanliegen ist es, dafür zu sensibilisieren, dass Inklusion mehr als die praktische Umsetzung von Barrierefreiheit bedarf.Dieses Jahr unterstützen allseits bekannte Gesichter der Berliner Free-Jazz-Elite und Special Guest Heinz Sauer  den Inklusionsgedanken beim mog61 e.V. Tag der Inklusion musikalisch.

Die Zuhörer erwartet ein langer grenzüberschreitender Abend der Vielfalt und des Miteinanders mit sechs Musikern der Extraklasse in einer exklusiven Darbietung als Solo, Trio, Quartett und als Sextett. Als herausragende Leitfiguren der deutschen Jazzszene begrüßen wir das legendäre Quartett „Ruf der Heimat“ mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Thomas Borgmann, Christoph Winckel sowie mit Jan Roder und Heinz Sauer zwei Ausnahmeerscheinung des deutschen Jazz.

Mit Unterstützung von „Kiez Community“, das Inklusionsprojekt von House of Life e.V., und Förderung der Aktion Mensch hat mog61e.V. ein Programm als Brückenbauer zwischen Menschen mit und ohne Behinderung erstellt.

Die Veranstaltung findet am 5. Mai 2017 von 19 bis 23 Uhrim House of Life, Blücherstraße 26B, 10961 Berlin (U-Bahnhof Gneisenaustraße/ Südstern) statt.
Der Eintritt ist kostenlos. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Zusatzinformationen

Heinz Sauer

Heinz Sauer (geboren 1932) gehört seit Jahrzehnten zu den Spitzenmusikern des Jazz in Deutschland. Seit seinen Anfängen an der Seite von Albert Mangelsdorff steht er im Zentrum der europäischen Jazzgeschichte und gilt als fundamentale Größe des deutschen Jazz. Als Mitwirkender im HR-Jazzensemble, in der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Pianisten Bob Degen und seit 1999 im Duo mit Michael Wollny hat Heinz Sauer von jeher die größtmögliche Ausdruckskraft auf seinem Instrument gesucht und in gegenseitiger Inspiration die Freiheit des modernen Jazz zelebriert. Unter zahlreichen Aufzeichnungen und Preisen erhält er 2013 den Binding-Kulturpreis, welcher zu den höchstdotierten Kulturpreisen Deutschlands zählt.  2014 wurde ihm der Echo Jazz in der Kategorie “Ensemble des Jahres national“ für „Don’t Explain“ verliehen.

Jan Roder

Der Bassist Jan Roder Jahrgang 1968 begann seine Karriere als Rockmusiker und lebte längere Zeiten in Brasilien. 1995 kam er nach Berlin, wo er mit Musikern wie Ulrich Gumpert, Ernst-Ludwig Petrowsky, Manfred Schoof, Uschi Brüning, Joachim Kühn, Aki Takase, Gunter Hampel, Rudi Mahall und Alexander von Schlippenbach Tourneen und Konzerte spielte. Er gilt als ei­ner der füh­ren­den Vertreter der jün­ge­ren Generation im­pro­vi­satorischer Musik und hat die freie Jazzszene der letz­ten Jahrzehnte maß­geb­li­ch ge­prägt.

Ruf der Heimat

Mit von der Partie ist das Berliner Quartett „Ruf der Heimat“ in Originalbesetzung mit den Bläsern Ernst-Ludwig Petrowsky & Thomas Borgmann sowie Christoph Winckel am Bass und Willi Kellers am Schlagzeug. Seit 1992 dauert der Ruf schon, ist legendär, und es gibt wohl kaum eine Bühne in Europa, die nicht zu ihrer Heimat wurde. Das Popkulturmagazin Spex schrieb: „Kaum jemand dekliniert die freie Improvisation so konsequent, so geschichtsbewußt und, tja, trotzdem so unbekümmert durch wie diese vier Herren…“ Ruf der Heimat, die nur selten in der UR-Besetzung auftreten, da Petrowsky mit 84 nicht mehr bei jeder Tour dabei sein möchte, gibt sich für diesen guten Zweck die Ehre.

Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky

Petrowsky auch als „Luten“ genannt gilt als Pionier in seinem Fach: Als erster Free Jazzer der DDR gab er Konzerte in Westeuropa, den USA und Asien und spielte auf allen wichtigen Jazz-Festivals der Welt. Der inzwischen Dienstälteste Ost-Jazzer begründete den modernen Jazz im Osten. Er ist seit den sechziger Jahren einer der stilprägenden deutschen Jazzmusiker, der alle erdenklichen Spielarten von Modern bis Free abrufen kann und dabei unverwechselbar bleibt. Als „Jazz-Eliten Europas“ erhielt er

mit Uschi Brüning 2010 von der Europäischen Kulturstiftung den Europäischen Jazz-Preis.

Thomas Borgmann

Der Gründer von dem Quartett ‘Ruf Der Heimat’, der sich selbst als Saxophonromantiker bezeichnet, war zwei Mal Gewinner des Berlin Jazz-Grant. Bekannt wurde er in den 80ern, machte Furore mit seiner Band „Ruf der Heimat“ und spielte lange Zeit mit afroamerikanischen Musikern der New Yorker Jazzszene zusammen. Borgmann hatte mit Denis Charles und Wilber Morris ein Trio, in den USA mit William Parker, Charles Gayle und vielen anderen gespielt. Er trat auf zahlreichen internationalen Jazzfestivals auf.

Willi Kellers

1950 in Münster geboren, machte auch als Theatermusiker Karriere. Er gehört zu den großen Schlagzeugern der improvisierten Musik. Sein Spiel ist dicht, kraftvoll, voller Finessen. Er war mit der halben europäischen Szene unterwegs und spielte auch mit wichtigen amerikanischen Musikern. Zahlreiche Konzerte und Tourneen mit Peter Brötzmann, Frank Whright, Keith Tippet, Lol Coxhill, Charles Gayle, u.v.a. Er spielte auf allen europäischen Festivals und vielen Festivals weltweit. Der Schlagzeugsvirtuose ist gefragter Begleiter viele Formationen.

Christoph Winckel:

Der 66-jähriger gilt als einer der eigensinnigsten und kraftvollsten Bassisten der deutschen Jazzszene, ein freier Spieler, aber mit ungeheurem Swing. In der früheren DDR gehörte er zu den meistbeschäftigten Musikern, in den 90-igern dann viel Theaterarbeit (Hamburg, Bochum), und Touren im Charles Gayle Trio, Phil Minton, Brötzmann Trio. Seit 2000 spielt Christoph Winckel im Alan-Tomlinson-Trio und im Manfred-Hering-Trio. Er tritt mit Ruf der Heimat und der von ihm gegründeten Gruppe Machol sowie als Solomusiker auf. Tourneen führten ihn durch Europa, Russland, die USA.

 

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Der Aktionstag wurde 1992 von den Interessenvertretungen Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) ins Leben gerufen und wird jährlich begangen. Er findet jährlich am 05. Mai statt. Ziel des Tages ist es, die für eine Gleichstellung behinderter Menschen erforderliche rechtliche Grundlage zu schaffen. Das Datum des 5. Mai wurde gewählt, da an diesem Tag auch der Europatag des Europarates stattfindet und damit gezeigt werden soll, dass alle Menschen europaweit gleichgestellt sein sollen.

Die Aktion Mensch hat es sich vor mittlerweile 17 Jahren zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai zu bündeln. Ausgehend von der sozialpolitischen Lage entwickelt sie jedes Jahr ein übergreifendes Motto, unter das die Organisationen und Verbände ihre Veranstaltungen stellen können.

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