Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Dazu gehört auch Kultur!
Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai veranstaltet unser Verein mog61 Miteinander ohne Grenzen e. V. (kurz: mog61 e. V.) seit Jahren eine Reihe von Veranstaltungen, die sich mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für ein gleichberechtigtes Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderung einsetzen.
In diesem Jahr übernehmen wir das diesjährige Motto von Aktion Mensch „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ und ergänzen es um den Zusatz „Dazu gehört auch Kultur!“. So unter dem Untermotto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Dazu gehört auch Kultur!“ laden wir bei der Auftaktveranstaltung unserer Reihe am 2. Mai zu einem besonderen Filmabend ein. Gezeigt wird der Film „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ (Originaltitel: Presque). Der Film erzählt mit viel Humor, Wärme und Tiefgang von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Igor, einem lebensklugen Fahrradkurier mit Cerebralparese, und Louis, einem gestressten Bestattungsunternehmer. Ein missglückter Zusammenstoß wird zum Beginn einer gemeinsamen Reise, die Vorurteile hinterfragt, Lebensfreude sichtbar macht und zeigt, wie wichtig echte Begegnung ist.
Der Film wird in einer inklusiven Fassung gezeigt – mit deutschen Untertiteln für gehörlose Menschen sowie mit Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen. So wird der Filmabend für möglichst viele Menschen zugänglich.
Bereits vor der Vorführung stellen wir ausgewählte Bücher vor, die Inklusion als Menschenrecht und die UN-Behindertenrechtskonvention thematisieren. Damit schaffen wir einen inhaltlichen Einstieg in den Abend und laden dazu ein, Inklusion aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.
Im Anschluss an den Film gibt es eine offene Gesprächsrunde. Dabei sammeln wir persönliche Eindrücke, Erfahrungen und Statements, um Alltagsbarrieren sichtbar zu machen und gemeinsam über kleine, konkrete Schritte für mehr Teilhabe nachzudenken. Die gesammelten Rückmeldungen nutzen wir auch, um mit lokalen Politiker:innen ins Gespräch zu kommen.
Mit der Verbindung von Kultur, Dialog und Aktivismus möchten wir Bewusstsein schaffen, Sichtbarkeit erhöhen und konkrete Impulse für mehr Inklusion geben – in der Öffentlichkeit ebenso wie in der Nachbarschaft.
Zum Film „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ (Originaltitel: Presque):
Ein französisch-schweizerisches Roadmovie voller Humor und Tiefgang sowie eine Hommage an Freundschaft, Selbstbestimmung und das Feiern des Lebens.
„Fast“ – auf Französisch „presque“ – antwortet Igor, die Figur, die Alexandre Jollien im Film verkörpert, als eine junge Frau ihm sagt, dass sie seine Behinderung nicht sehe und er für sie normal sei. So erklärt sich der französische Titel „Presque“.
In einem Interview verweist der Philosoph, Drehbuchautor und Schauspieler Alexandre Jollien auf einen Satz von Swami Prajnanpad: „Niemand lebt in der Welt, jeder lebt in seiner eigenen Welt.“
Er ergänzt: „Dieses ‚fast‘ ist die Differenz zwischen der Realität und der Art, wie wir sie aufgrund unserer Projektionen, Erwartungen und Vorurteile wahrnehmen.“
Die deutsche Fassung übersetzt Presque als „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ – eine Metapher für Lebensfreude trotz Einschränkungen. Igor, der Philosophie liebt, beantwortet die Frage nach dem Glück oft mit „9,5“: fast perfekt, fast angekommen – und gerade darin zutiefst menschlich.
Handlung
Igor ist Fahrradkurier und Hobby-Philosoph. Er hat eine Cerebralparese, lebt aber ein ruhiges und zufriedenes Leben. Louis hingegen ist ein gestresster Workaholic und Bestatter. Als Louis Igor versehentlich anfährt, beginnt für beide eine ungewöhnliche Reise im Leichenwagen, die sie aus ihrer Komfortzone reißt. Was als Unfall beginnt, wird zu einer Freundschaft, die Vorurteile abbaut und zeigt: Glück ist auch eine Frage der Perspektive.
Regie / Drehbuch
Alexandre Jollien und Bernard Campan
Hauptdarsteller
Alexandre Jollien (Igor) und Bernard Campan (Louis)
Jollien ist ein profilierter französischsprachiger Philosoph, Schauspieler und Autor, der mit zerebraler Kinderlähmung geboren wurde. Campan ist ein bekannter französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor, unter anderem als Mitglied des Comedy-Trios „Les Inconnus“. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft, die auch in den Film eingeflossen ist.
Genre
Tragikomödie, Roadmovie
Länge
1 Stunde 32 Minuten
Zentrale Themen
- Freundschaft über Barrieren hinweg
- Selbstbestimmung und Teilhabe
- Humor als Brücke zu ernsten Themen
- Einfach Inklusion
Veranstaltungsdetails
Ort: mog61 Kiez-Laden, Mittenwalder Str. 49, 10961 Berlin
Einlass: ab 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr Eintritt: kostenfrei
Snacks und Getränke gegen eine kleine Spende Anmeldung: nicht erforderlich, aber willkommen
Der Filmabend ist Teil unserer Veranstaltungsreihe zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.
Einen Überblick über das gesamte Programm finden Sie auf unserer Website.
Verkehrsanbindung
U-Bahn: U7, Haltestelle Gneisenaustraße
Bus: Linien M19, M29, M41, 140 und 248
Am besten kommt ihr mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Bus und U-Bahn. So vermeidet ihr Stau und Parkplatzstress und tut gleichzeitig etwas für die Umwelt.“