Lesen ohne Grenzen am 18. März

 

Anlässlich der Internationalen Woche gegen Rassismus zeigen wir im Rahmen unserer Reihe „Lesen ohne Grenzen” den Dokumentarfilm „Hoffnung im Herzen” (1997, 28 Min.) von Maria Binder.

Der Film dokumentiert zentrale Etappen im Leben der afrodeutschen Lyrikerin, Aktivistin und Pionierin May Ayim. Er zeigt sie in bewegenden Performances in Südafrika und Deutschland und gibt durch Interviews Einblick in ihre Suche nach Identität, die Prägung des Begriffs „afro-deutsch“ und ihre kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Wiedervereinigung.

„Hoffnung im Herz“ ist mehr als eine Dokumentation – es ist ein Dokument der Selbstermächtigung, das die Bedeutung May Ayims durch ihre eigenen Worte und künstlerischen Ausdrucksformen vermittelt. Ein berührendes Porträt einer Frau, deren Werk und Wirken bis heute inspirieren.

 

Der Film wird am Mittwoch, den 18. März 2026 um 19 Uhr im mog61-Kiez-Laden, Mittenwalder Straße 49, Berlin, gezeigt.

Anschließend laden wir euch ein, eure Gedanken, Fragen und persönlichen Erfahrungen zu teilen oder kurze Gedichtübertragungen von May Ayim vorzutragen. Den Abend lassen wir dann bei Snacks und Getränken mit informellen Gesprächen, Weiterdenken und Austausch gemütlich ausklingen.

May Ayim 

Leben und Werk

May Ayim, geboren am 6. Mai 1960 in Hamburg, war eine bedeutende afrodeutsche Lyrikerin, Aktivistin, Pädagogin und politische Autorin. Sie wurde als Tochter einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters geboren. Aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Umstände wuchs sie nicht bei ihren leiblichen Eltern auf, sondern verbrachte ihre ersten Lebensmonate in einem Heim. Mit 18 Monaten wurde sie von einer deutschen Familie adoptiert und wuchs als Sylvia Brigitte Gertrud Opitz in Münster auf. Als einziges Schwarzes Kind in einer weißen Familie erlebte sie früh Rassismus und das Gefühl, anders zu sein. Diese Erfahrungen prägten ihr Leben und Werk.

Akademische Laufbahn

Nach ihrem Abitur studierte May Ayim zunächst Lehramt, wechselte dann aber zu Psychologie und Pädagogik. 1984 zog sie nach West-Berlin, wo sie ihr Studium mit einer Diplomarbeit zur Kultur- und Sozialgeschichte Schwarzer Deutscher abschloss. In Berlin traf sie auf die US-amerikanische Dichterin und Aktivistin Audre Lorde, die sie ermutigte, sich literarisch und politisch gegen Rassismus und Sexismus einzusetzen.

Aktivismus

1985 gehörte May Ayim zu den Mitgründer:innen der Initiative Schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland (ISD). Ein Jahr später war sie Mitherausgeberin des bahnbrechenden Buches „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das sie gemeinsam mit Katharina Oguntoye und Dagmar Schultz veröffentlichte. Mit diesem Werk prägte sie den Begriff „Afrodeutsch“ und machte die Lebensrealitäten Schwarzer Menschen in Deutschland sichtbar.

Literarisches Schaffen

May Ayims literarisches Werk umfasst die Gedichtbände „blues in schwarz weiss“ und „nachtgesang“, in denen sie Themen wie Doppelidentität, Rassismus, Sexismus und die komplizierte Beziehung zu ihren Eltern verarbeitete. Ihre Gedichte, darunter „afro-deutsch I“ und „afro-deutsch II“, sind bis heute zentrale Texte der afrodeutschen Literatur.

Vermächtnis

May Ayim setzte sich unermüdlich für die Sichtbarmachung Schwarzer Menschen in Deutschland ein und forderte die deutsche Gesellschaft auf, sich mit Rassismus und Kolonialismus auseinanderzusetzen. 1992 legte sie ihren Adoptivnamen Opitz ab und nahm den Nachnamen ihres Vaters, Ayim, an – ein Symbol für ihre Selbstbestimmung.

Am 9. August 1996 nahm sich May Ayim in Berlin das Leben. Ihr Nachlass befindet sich im Universitätsarchiv der Freien Universität Berlin. Zu ihren Ehren wurde der May Ayim Award, der erste deutsche panafrikanische Literaturpreis, ins Leben gerufen. Seit 2010 trägt das ehemalige Gröbenufer in Berlin ihren Namen.

May Ayims Werk und Wirken bleiben bis heute inspirierend und wegweisend für die afrodeutsche Bewegung und den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung.

 

 

Verkehrsanbindung:

mog61 Kiez-Laden, Mittenwalder Straße 49, 10961 Berlin

U-Bahn: U7, Haltestelle Gneisenaustraße

Bus: Linien M19, M29, M41, 140 und 248

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